Besuch von der Ethikbank im Druckerviertel

Als Rico Burges, Anlagen- und Kreditberater, und Nico Czimmernings aus dem Marketing der Ethikbank aus Eisenberg an diesem Tag in Einbeck eintreffen, ist schnell klar: Dies wird kein routinierter Banktermin. Die beiden begegnen dem Projekt Druckerviertel von Beginn an mit spürbarer Offenheit, echtem Interesse und einer Begeisterung für langfristig gedachte, nachhaltige Vorhaben, die weit über Zahlen und Verträge hinausgeht.

Empfangen werden sie an der Jungen Linde von Martin Keil, Geschäftsführer der Druckerviertel gGmbH – stilecht mit der Rikscha. Die anschließende kleine Stadtführung auf drei Rädern wird zu einer verdichteten Einführung in das, was Einbeck und insbesondere das Druckerviertel ausmacht: die eindrucksvolle Fachwerkstruktur der Stadt, gewachsene kulturelle Initiativen wie die Street-Art-Meile oder die Kinder- und Jugendkulturvilla Junge Linde – und nicht zuletzt das soziokulturelle Umfeld, in dem das Druckerviertel verwurzelt ist. Es geht nicht nur um Gebäude, sondern um Haltung, Geschichte und gemeinschaftliches Handeln.

Der Besuch verfolgt mehrere Ziele: Natürlich möchten sich Rico Burges und Nico Czimmernings ein eigenes Bild vom Gebäudeensemble des Druckerviertels machen und in diesem Zuge auch den nun finalen Kreditvertrag unterzeichnen. Genauso wichtig ist ihnen jedoch, die Menschen hinter dem Projekt persönlich kennenzulernen. Schnell ist man beim Du, schnell entsteht ein offenes Gespräch auf Augenhöhe. Und ebenso schnell wird deutlich, dass sich hier zwei Seiten begegnen, die ein gemeinsames Wertefundament teilen: Kulturschaffende und Denkmalaktive aus Einbeck auf der einen, ethisch orientierte Banker auf der anderen Seite – verbunden durch den Wunsch, Verantwortung zu übernehmen und Zukunft aktiv zu gestalten.

Ethikbank, betrachtet durch die Brille von Martin Keil….
„Ich mag Rico und Nico als Banker mit klaren Visionen beschreiben – Banker, die für ein nachhaltiges und am Gemeinwohl orientiertes Geldwesen stehen. Und die ihren potenziellen Kreditkunden auf Augenhöhe und vor allem mit einer gehörigen Portion Begeisterungsfähigkeit, Vertrauen und Mut begegnen. Eigenschaften, die man bei Banker:innen nicht unbedingt als gottgegeben erwarten darf. Und Eigenschaften, die ungemein motivierend sind, wenn man solch große gemeinnützige Projekte angehen möchte.“

Die formelle Unterzeichnung des Kreditvertrags findet schließlich im Einbecker KulturBüro statt, das seit nunmehr elf Jahren am Möncheplatz – mitten im Druckerviertel – ansässig ist. Mit dabei ist auch Volker Stix, besser bekannt als Stixy, der in den Anfangsjahren maßgeblich daran beteiligt war, das Häuserensemble am Möncheplatz gedanklich und konzeptionell als Druckerviertel zu entwickeln.

Ein weiterer prägender Moment des Besuchs ist der Abstecher zur DruckerBande. Hier erleben Rico Burges und Nico Czimmernings unmittelbar, was das Druckerviertel im Innersten ausmacht: das selbstverständliche Nebeneinander von bewahrter Geschichte und aktiv gestalteter Zukunft. Vom voll funktionsfähigen Heidelberger Drucktiegel aus den 1960er-Jahren bis hin zum hochprofessionell und mit großer Leidenschaft betriebenen 3D-Druck-Lab Additiverse spannt sich ein weiter Bogen handwerklicher und technologischer Möglichkeiten. Analoges Wissen, industrielle Kulturgeschichte und digitale Fertigung greifen hier ineinander – nicht als museales Nebeneinander, sondern als produktiver Austausch. Ein Ort, an dem sichtbar wird, wie Vergangenheit und Zukunft sich gegenseitig beflügeln und gemeinsam neue Perspektiven eröffnen.

Was an diesem Tag spürbar wird, ist das, was das Druckerviertel im Kern ausmacht: der bewusste Umgang mit historischer Substanz, das Denken in langen Zeiträumen und die Überzeugung, dass wirtschaftliches Handeln und Gemeinwohl kein Widerspruch sein müssen. Genau hier trifft sich die Philosophie der Druckerviertel gGmbH mit dem Leitbild der Ethikbank, die Geld als gestaltende Kraft für eine gerechte, ökologische und solidarische Gesellschaft versteht.

Zum Abschied fassen Rico Burges und Nico Czimmernings ihre Eindrücke so zusammen:
„Für die Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft braucht es engagierte Menschen, die Freude daran haben, sich auch für das Gemeinwohl zu engagieren. Mit den Akteuren hier im Einbecker Druckerviertel haben wir wieder einmal einige Menschen kennenlernen dürfen, die genau aus diesem Fachwerkholz geschnitzt sind.“

Ein Satz, der bleibt – und der gut beschreibt, warum diese Partnerschaft mehr ist als eine Finanzierung: Sie ist ein gemeinsamer Schritt in eine verantwortungsvoll gedachte Zukunft.

Realistischer Nachbau einer Zuckerrübe mit Blattwerk in der DruckerBande

Im Sommer steckt sie in der Erde und ab September ist das Blattwerk saisonalbedingt abgetragen – die Zuckerrübe ist also für viele Interessierte selten in ihrer ganzen Pracht zu sehen. Damit dieses jedoch auf Messen, für Mitarbeitende und Interessierte möglich wird, sind wir im Sommer 2025 mit Additiverse Kulturerbe in ein sehr spannendes Projekt gestartet.

Ziel war die Herstellung eines realistischen Modells einer echten Zuckerrübe mit Blattwerk. Der Prototyp sollte in Form, Proportion, Oberflächenstruktur und Farbwirkung möglichst nah an eine natürliche Zuckerrübe heranreichen.
Mithilfe von Fotogrammetrie und 3D-Scanning mit strukturiertem Licht wurde eine echte Rübe samt Blattwerk digitalisiert. Auf Basis der gewonnenen 3D-Daten erfolgte in ZBrush die digitale Integration der Blätter in den Rübenkörper. Dabei wurde besonderer Wert auf eine naturgetreue Wachstumslogik und die typische Anordnung der Blattstiele gelegt. Das vollständige Modell der Zuckerrübe mit Blattwerk wurde anschließend im 3D-Druckverfahren aus PLA-Biopolymer gefertigt. Dieses Material wird aus nachwachsenden Rohstoffen (u. a. Kartoffelstärke) hergestellt und unterstreicht auf symbolische Weise den landwirtschaftlichen Kontext des Objekts.

Nach dem 3D-Druck hat die Künstlerin Patricia Madgalene Keil die manuelle Nachbearbeitung übernommen. Eine sehr intensive Beschäftigung mit den Farbnuancen der Blätter sowie des Rübenkörpers stand an, die Beschaffenheit und die feinen Details mussten berücksichtigt werden.

„Einem Objekt aus Kartoffelstärke Leben einzuhauchen war eine sehr intensive und tolle Erfahrung.“ so die Patricia M. Keil. Und es ist dem Team in der DruckerBande wunderbar gelungen! Das Model konnte kurz vor Weihnachten 2025 der KWS Saat SE & Co. KGaA in Einbeck übergeben werden.

Näheres zu Additiverse – 3D-Scan, Fotogrammetrie & 3D-Druck für Kulturerbe unter www.additiverse.de

Besuch aus Berlin im entstehenden Druckerviertel

SAI-Lab zu Gast bei der Druckerviertel gGmbH in Einbeck

Mit Michael Hüllenkrämer vom SAI-Lab – dem Labor für nachhaltige und nützliche Innovationen, auf Englisch: „Sustainable Accessible Innovations Laboratory (SAI-Lab) der Technischen Universität Berlin, war am 29. und 30. Oktober ein Experte für nachhaltige Mobilitäts- und Infrastrukturkonzepte zu Gast im Druckerviertel Einbeck. Das SAI-Lab beschäftigt sich mit der nachhaltigen und gemeinschaftsorientierten Nutzung urbaner Räume. Dabei steht die Verbindung von Nachhaltigkeit, sozialer Innovation und kulturtechnischer Machbarkeit im Mittelpunkt.

Michael Hüllenkrämer zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der in Einbeck entstehenden Initiativen:

„Ich finde die Verbindung verschiedenster nachhaltiger Projekte ausgesprochen spannend, die mich jetzt schon zwei mal nach Einbeck geführt haben. Zum „Forum freie Lastenräder“ des Verbandes Freier Lastenräder besuchte ich im Frühjahr 2025 erstmalig Einbeck. Ich war sehr entzückt über die Wirkung, die die vielen modernen Lastenräder vor den wundervollen historischen Fachwerkhäusern auf mich hatten. Moderne Mikromobilität trifft in Einbeck historische und ausgesprochen nachhaltige CO2-speichernde Bausubstanz. Nun freut es mich sehr, über die Szene der freien Lastenräder hier in Einbeck auch auf die historische Fachwerkbausubstanz aufmerksam geworden zu sein. Historische Gebäudeensembles und moderne Lastenradlogistik schließen sich sicher nicht aus. Ich bin gespannt, welche weiteren Synergien sich hier noch ergeben. Bewahren und Entwickeln im Bestand ist vernünftig konservativ – gepaart mit kreativen und ungewöhnlichen Ideen für Nachhaltigkeit entsteht so oft wirklich Zukunftsweisendes.“

Michael Hüllenkrämers Besuch unterstreicht, wie wichtig der Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und lokaler Initiative ist. Das Druckerviertel Einbeck wird nicht nur als Ort der kulturellen und handwerklichen Tradition, sondern auch als Labor für nachhaltige Stadtentwicklung verstanden – ein Platz, an dem Geschichte, Handwerk, Mobilität und Zukunft miteinander verbunden werden.

Es freut uns sehr, dass wir mit Michael Hüllenkrämer auch eine weitere Person gefunden haben, die durch die Gewährung eines privaten Darlehen den Kauf des Schroedterhauses mitfinzieren wird.

Michael Hüllenkrämers (3.v.r.) erster Besuch in Einbeck im März 2025 zum Forum freie LastenräderPodiumsdiskussion Karo Otte (MdB) und Vertretern verschiedener Lastenradinitiativen.

Michael Hüllenkrämer als Kreditgeber für die Druckerviertel gGmbH

Lover für’s Leben gesucht!

Fachwerklover, um genau zu sein.

Seit Kurzem prangt es unübersehbar an der Fassade des Eckhauses Lange Brücke 12 – unser neues, drei Meter großes Banner mit der vielleicht charmanteste Datinganzeige, die Einbeck je gesehen hat. Denn: die sieben Gesellschafter der jüngst gegründeten Druckerviertel gGmbH suchen Lover – einen oder besser noch ganze viele Lover. Aber nicht für romantische Abendessen bei Kerzenschein – sondern für ein gemeinsames Herzensprojekt: das Druckerviertel!

Wer sich nun fragt, ob die sieben Gesellschafter:innen wohl ihren Verstand verloren hätten, dem sei versichert: Nein – sie haben lediglich ihre Herz geöffnet. Für die alten Fachwerkbalken und bauphysikalisch genialen Lehmgefache. Und auch für jene Menschen, die den Charme knarzender Dielenböden zu schätzten wissen. Für Visionäre, die darin nicht nur Fachwerk aus einer vergangenen Zeit sehen, sondern auch Zukunft, nachhaltige Bausubstanz und viel Herz.

Der Aufruf „Lover für’s Leben gesucht“ ist ernst gemeint – und doch mit einem Augenzwinkern versehen:

Scan mich, wenn du Fachwerkliebe spürst!

Unter dem Motto „Lover für’s Leben gesucht“ entfacht unser riesiger QR-Code schon ganz unversehens die Neugier danach, dem Aufruf auf den Grund zu gehen. Wer scannt, landet direkt hier auf www.druckerviertel.de und erfährt mehr zu der kühnen Vision, aus einem stark in den Sanierungsstau geratenem Fachwerkensemble einen Zukunftsort zu machen – mit Werkstätten, Kultur, Wohnraum und ganz viel Seele.

Aber die Denkmalaktivisten wollen mehr als Likes und wohlwollende Worte. Sie wollen Menschen, die mitgestalten – mit Gedanken, mit Zeit und gerne auch mit einem finanziellen Investment in Form der Gewährung eines festverzinslichen Mikro-Kredites. Menschen also, die sagen:

„Ja, ich will –
und zwar eine liebenswerte Altstadt mit Häusern, die auch unsere Generation wohlbehalten überstehen werden.“

Nicht für weniger als die Rettung und die zukunftsfähige Entwicklung des Denkmalsensembles Druckerviertel am östlichen Entre in die schöne Einbecker Innenstadt werden hier Lover gesucht.

„Also: Augen auf beim nächsten Spaziergang durchs Viertel. Und wenn du das Banner siehst – zück dein Handy, scanne den Code und finde heraus, ob du vielleicht… ein echter Fachwerklover bist.“ so die Gesellschafter:innen der Druckerviertel gGmbH.

PS: Fachwerk ist kein Trend. Es ist eine Haltung.
PPS: Wer uns ein Selfie mit dem Banner und dem Hashtag #fachwerklover schickt, bekommt von uns ein echtes Dankeschön. Überraschung inklusive!

Druckerviertel gGmbH gegründet – Jetzt in Einbecks Baukultur investieren!

Es gibt da ein Modell, mit dem wir die Zukunft ins Denkmal einziehen lassen wollen: Mit unserer Mitte Mai frisch gegründeten Druckerviertel gGmbH nimmt ein unserer Ansicht nach außergewöhnliches Stadtentwicklungsprojekt weiter Fahrt auf. Zu siebt haben wir uns als engagierte Gesellschafter:innen zusammengetan, um das Häuserensemble Schroedterhaus im Druckerviertel auf einen sicheren Zukunftskurs zu schwenken. Und gemeinsam bringen wir dabei auch ganz verschiedenen Qualifikationen mit ein. Durch die Gemeinschaftsbrille von Kulturschaffenden, Medienprofis, Immobilienexperten, Denkmalaktivisten, Pädagogen und Künstlern sieht die Zukunft des Druckerviertels durchaus rosig aus.

Der Plan dahinter: Domdenken. Inspiriert von den Kathedralenbauern des Mittelalters, die wussten, dass sie den fertigen Bau selbst nie sehen würden – und trotzdem mit vollem Herzen Stein auf Stein setzten. Im Einbecker Druckerviertel heißt das konkret: keine persönlichen Gewinnabsichten, sondern verantwortungsvolle Objektpflege über Jahre hinweg. Die Mieteinnahmen können per Satzung nicht entnommen werden, bleiben somit zukünftig im Haus und fließen direkt in die Erhaltung und Sanierung des Objektes. „Das verstehen wir als echte und nachhaltige Baukultur – für heute, morgen und übermorgen.“ so Patricia Keil, die sich als Fachwerklover und Denkmalaktivistin seit vielen Jahren in Einbeck und der Region für Fachwerk begeistert und stark macht.

Und die ersten Schritte sind gemacht: Gut 100.000 Euro an Spenden und Fördermittelzusagen konnten schon vor der Gründung der gGmbH durch den inzwischen als Geschäftsführer der Druckerviertel gGmbH berufenen Kulturschaffenden Martin Keil eingeworben werden. Der Kauf des Schroedterhauses steht für den Sommer an – rund 500.000 Euro werden benötigt, inklusive Nebenkosten und kleinere erste Sanierungsmaßnahmen. „Die fehlenden rund 400.000 Euro könnten wohl durchaus komplett bankfinanziert werden – aber genau hier liegt die Einladung an alle, die mitgestalten möchten: Werde Teil dieses Zukunftsprojekts!“ so Martin Keil.

Ob über Mikroanleihen, private Spenden oder Stiftungsbeiträge – jede Beteiligung macht einen Unterschied. Die neue gGmbH ist gemeinnützig anerkannt, bietet transparente Mitmach-Möglichkeiten und zeigt, wie Denkmalschutz heute mehr sein kann als nur Erhalt: nämlich soziale Verantwortung, kulturelle Teilhabe und nachhaltige Stadtentwicklung in einem.

Mehr Infos und Investitionsmöglichkeiten gibt’s auf unserer Unterseite zur Druckerviertel gGmbh

Gründen macht Spaß – die Gesellschafter:innen am Tag der Gründung der Druckerviertel gGmbH am 13. Mai

Das Druckerviertel im Fokus von Architekturstudierenden der HAWK

»Radikal Denken — Sensibel Handeln«: Unter diesem Motto haben Studierende im Masterstudiengang Architektur an der HAWK Hildesheim an der Fakultät Bauen und Erhalten Szenarien für die stufenweise Transformation des Einbecker Druckerviertels entwickelt und am Donnerstag, den 13. Februar 2025 den Akteuren im Kiez und Interessierten in der kunsthistorischen Druckerwerkstatt DruckerBande zur Diskussion gestellt. Die insgesamt 8 Arbeiten wurden in zwei Zeitfenstern vorgestellt – von 11:00—12:45 und von 14:15—16:00 Uhr. Der Einladung, dieser öffentlichen Vorstellung der Studienarbeiten beizuwohnen folgten interessierte Einbecker Büger aus nah und fern. Im Zeitfenster von 15:30 bis 15:45 Uhr wurde durch den Kulturschaffenden Martin Keil die wirtschaftliche Zukunft des gesamten Druckerviertels in Form einer gemeinnützigen GmbH vorgestellt.

Ausgehend von einem selbst gesetzten, übergeordneten Thema für das Gesamtareal wurden Vorschläge und Ideen exemplarisch untersucht, wie neue Nutzungen die räumlichen Potentiale im Bestand beeinflussen. Der jeweiligen Konzeptidee folgend wurde durch Rückbau, Umbau oder Neubau der Strukturen im verbindenden Hof das Quartier von Innen nach Außen entwickelt und somit ganzheitlich neu gedacht – eben »Inside Out«.

Ein Semester lang haben sich acht Studierende unter der Betreuung von Prof. Peter-Karsten Schultz und Sonja Tinney der Herausforderung gestellt, die besonderen räumlichen Qualitäten des Druckerviertels und seinem Umfeld zu erkennen, und diese in einen spannenden Dialog aus Alt und Neu zu überführen. Dabei haben sie sich mit historischen Konstruktionen und Bauweisen auseinandergesetzt und dies exemplarisch bei der Umstrukturierung bestehender Fachwerkgebäude am Möncheplatz erprobt.

Die Kooperation mit der HAWK Hildesheim wurde durch die Denkmalpaten Einbeck unter der Trägerschaft der Konzert- und Kulturfreunde Einbeck nach Einbeck eingeladen.

Alle Arbeiten werden wir hier in Form von Video-Präsentationen vorstellen, sobald wir sie übermittelt bekommen haben werden. Für den Moment schon einmal einige Fotos von den spannenden Projektvorstellungen:

Ahhhhh 3!!! Er läuft

Der 4. Dez. 2024 geht bei uns in der DruckerBande wohl in die Geschichte ein. Es war mal wieder Mittoch und es hieß: „Offene Werkstatt Buchdruck“. Es ist wirklich schön und bemerkenswerkt, dass die Gruppe der Drucker, die nun regelmäßig die „Offene Werkstatt Buchdruck“ beleben, immer größer wird. Derzeitig tummeln sich an diesen Tagen schon rund 10 der Druckkunst an historischen Druckmaschinen erlegene Menschen und freuen sich gemeinsam über jeden Letter und jedes kunstvoll bedruckte Papier.

Seit einiger Zeit erfahren allerdings ganz besondere Druckmaschinen verhältnismäßig viel Aufmerksamkeit und wenn sie sich bewegen, dann begeistern sie jung und alt, Buchdrucker, -setzer und Binder, Besucher und Aktive DruckerBanden-Mitglieder gleichermaßen. Es ist einfach eindrucksvoll, wenn sich ein Original Heidelberger Drucktiegel (OHT) in Bewegung setzt. Kraft trifft hier auf Präzision – nahezu auf Eleganz.

Am 4. Dez. hat nun unser Maschinenbauer Rolf wieder einmal einen Blick auf unsere in der Hofwerkstatt schon seit Jahrzehten schlummernden Heidelberger Drucktiegel geworfen. Ein A4er und ein A3er stehen da sein Jahrzehnten unberührt und ungenutzt herum. Im Winter standen sie dort Jahr für Jahr in der klirrenden Kälte, im Sommer freuten sich die Ratten, wenn um sie herum gelbe Säcke gelagert wurden. Nun gut, es wirkte immer so, als ob die Drucker in den 70er Jahren irgendwann ganz einfach den Raum und ihre Maschinen verlassen hätten und den Maschinenpark dabei einfach sich selber überlassen hätten. Niemand kümmerte sich darum, was mit den Maschinen der Druckerei passierte.

Bis nun eben die Aktiven der DruckerBande wieder einmal dem Motto „Machen und Lachen“ folgend den A3er-Tiegel einfach mal an der Welle mit der Hand antrieben und feststellten: hier hängt nichts fest – der A3er ist nicht festgerostet noch hat sich Öl oder sonst ein Schmierstoff festgesetzt. Entschlossen, wie wir nun mal sind, entschied sich Rolf dazu, einfach mal alle Schalter des A3er-Tiegels anzuschalten. Und – siehe da: die Maschine begann sich augenblicklich wieder in Bewegung zu setzten. Was für ein Fest für die DruckerBande:

Feministische Botschaften in die Welt spreaden

„Mom is just a reflection of wow“ und „God is a woman“, „die Zeiten gendern sich!“. Das sind nur einige feministische Statements, die seit kurzem auf Textilien in der Region spazieren gehen und so auf die Kraft der Frauen als tragende Säule der Gesellschaft aufmerksam machen. Druck dafür gemacht wurde am 4. März im Rahmen der feministischen Woche 2024. In der kunsthistorischen Druckwerkstatt „DruckerBande“ in Einbeck versammelten sich in einer inspirierenden und sehr persönlichen Atmosphäre zwei Dutzend Frauen und junge Teenager, um sich über Feminismus, Care-Arbeit und geschlechterbedingte Ungleichbehandlung auszutauschen und genau dieses Thema in Form eines Druckkunst-Workshops Ausdruck zu verleihen.

Mitinitiatorin Barbara Zimmermann trug Auszüge aus einschlägigen Statistiken vor.  91% der Bürgermeister sind männlich, das Betreuungspersonal in Kindertageseinrichtungen ist hingegen zu 91,8% weiblich und Frauen erhalten durchschnittlich einen 18 % geringeren Stundenlohn als Männer.

Die Teilnehmerinnen waren sich darin einig, dass man die Wut über solche Benachteiligungen von Frauen in Mut verwandeln sollte. Mut, die Ungerechtigkeit aufzuzeigen und die Gesellschaft dadurch zu sensibilisieren. So kann es schließlich gelingen, den Wandel hin zu einer genderübergreifenden Gleichberechtigung in der Gesellschaft zu erreichen.

 „So viele engagierte Frauen, so viel Frauenpower, so viel Druck versammelte sich an diesem Abend in der DruckerBande – einfach grandios!“ so eine Teilnehmerin aus Bad Gandersheim. Tatsächlich kamen die aufgeschlossenen und engagierten Frauen aus der ganzen Region und aus den vielfältigsten Berufsgruppen, was schließlich das Netzwerken ungeheuer spannend machte. Workshopleiterin Patricia Keil stellte Farben und Drucklettern bereit, begleitete die Druckerinnen bei der Gestaltung ihrer Statement-Textilien und freute sich schließlich darüber, dass einzigartig gute Dinge entstanden sind. „Es war eine mega Veranstaltung! Ich hab‘ nun Bock, weiter Druck zu machen!“ so Teilnehmerin Annett euphorisch. Der Wunsch, Folgeprojekte zu diesen Themen anzubieten, ist groß. Es wurde in der Gruppe somit auch gleich Folgetermine bestimmt. „Druck mit Frauen für eine gleichberechtigte coole Gesellschaft“ diesen Satz nimmt Christina aus Heckenbeck aus der Veranstaltung mit nach Hause. Gefördert wurde dieses Event von „Partnerschaft für Demokratie Landkreis Northeim“, dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“, sowie vom „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“. Noch bis zum 8. März finden Events im Rahmen der Feministischen Woche im Landkreis statt. Mehr Informationen auf www.weltbuehne.info.

Bildhinweis: Spieker Fotografie @aus.leidenschaft.entwickelt

Und hier noch zwei kleine reels…

Inbetriebnahme der Tiefdruckpresse

Jeden Samstag öffnet die DruckerBande von 11 bis 13 Uhr ihre Türen. Dann kann sich ein jeder mal in der DruckerBande umsehen, sich über diese schöne kunsthistorische Druckerwerstatt informieren, hochwertige und oft auch witzige Kunstdrucke erwerbe und ab und zu auch mal Drucker:innen bei der Arbeit beobachten.

Am letzten Samstag hat uns die Druckkünstlerin Claudia Binder aus Suterode die Freude gemacht, unsere Tiefdruckpresse in Betrieb zu nehmen. Claudia Binder kann auf fundiertes Wissen und viel Erfahrung im Tiefdruck setzten. Am 2. März hat sie im ersten Zuge den Zustand der Tiefdruckpresse in der DruckerBande gecheckt. Ergebnis: die Presse taugt und man kann mit ihr wunderbar Atz- und Kaltnadelradierungen drucken. Wie das technisch so funktioniert, konnten wir uns am 2. März schon einmal abschauen. Aber das war ja auch nur der Anfang, denn:

Im laufenden Jahr 2024 stehen noch einige Projekte in diesem Fachbereich der Druckkunst ins Haus. In Einbeck hat sich nämlich jahrzehntelang ein sehr rennomierter Künstler mit der Kunstform Radierung beschäftig. Franz Cestnik, nach dem seit dem Cestnijahr 2021 auch ein Platz in der Innenstadt benennt ist, hat sein Leben lang viele Radierungen hergestellt. Drucken hat er seine Kunstwerke dann allerdings von professionellen Werkstätten. Hier wollen wir nun noch einmal einsteigen.

Rainer Cestnik, Sohn des Künstlers Franz Cestnik, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der sorgfältigen Archivierung der Werke seines Vaters. Im Archiv befinden sich neben den fertigen Bildern auch Dutzende Metallplatten, auf denen Franz Cestnik seine Kustwerke eingeritzt hat. Diese Druckplatten wurden dann nach der Fertigstellung durch den Künstler in die Druckerei gegeben. In der Regel wurden die Motive der Platten 20 mal abgezogen. Die in der Zahl limitierten Kunstdrucken wurde dann durch den Künstler signiert und fanden ihren Weg in den Kustmarkt.

Eine Tiefdruckpresse drückt Papier und Druckvorlage mit einem enorm hohen Druck zusammen. Das hat zur Folge, dass die Druckvorlagen recht schnell „abgenudelt“ ist. Das Wort „abgenudelt“ leitet sich übrigens von der Nudel, dem Druckstock, her, der nach vielen Druckvorgängen verschlissen, abgenudelt, ist.

Gemeinsam mit Claudia Binder wird nun an einem Workshopkonzept gearbeitet, bei welchen junge Menschen die Kunstform Radierung von der Motividee, über die Anfertigung der Druckplatte, das Drucken bis hin zum fertig gedruckten Bild an der Wand kennenlernen sollen. Die Workshop angeboten werden hier auf der Seite „Druckerviertel“ präsentiert, so bald sie durchkonzipiert und termniert sein werden.

Eines samstags in der DruckerBande

Jeden Samstag kann ein jeder von 11 bis 13 Uhr die DruckerBande besuchen, sich in der kunsthistorischen Druckwerkstatt etwas umschauen und mit „uns“ ins Gespräch kommen.

„Uns“, das sind wir, Menschen, die sich für die DruckerBande begeistern. Da sind z.B. Wolfgang und Ilona, die als Druckkunst-Schüler in der DruckerBande einstiegen und schnell signalisierten, dass sie Lust darauf hätten, die DruckerBande nicht nur zu nutzen, sondern auch aktiv mit zu entwickeln. Inzwischen haben sie schon eigene Thementage in der DruckerBande angeboten. Dann ist da Barbara, die mit ihrem KnowHow und ihrer Begeisterungsfähigkeit für die Schwarze Kunst bereits vor vielen Jahren in Hann. Münden eine Druckkunstwerkstatt eröffnet hat und 2021 der Mastermind bei der Gründung und Einrichtung der DruckerBande war. Der Siebdruck in der DruckerBande wird unter dem Label Rakel Krakel durch Kirsten und Rabea vertreten. Wer samstags in die DruckerBande kommt, trifft auch die Siebdruckerinnen regelmäßig an.

Druckkunst als Kulturgut liegt mir, Martin, sehr am Herzen. Im Team gemeinsam mit ZeitRaumGestaltung und Einbeck Marketing ist unser Ziel, das große Häuserensemble am Möncheplatz zum DruckerViertel zu entwickeln. Das ist allerdings ein wirklich großen Vorhaben, dessen Realisierung noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen könnte.

Da unser in der DruckerBande gelebtes Motto aber nun einmal „lachen und machen“ lautet, lobe ich es mir doch, ab und zu auch als „Non-Drucker“ und tendenziell auch „Non-Künstler“ einfach mal die Ärmel hochzukrempeln und selbst die DruckerBande zu nutzen. Gemeinsam mit meinen beiden Töchtern gehe ich es da aber erst mal etwas niederschwelliger an – Kartoffeldruck. Ja das ist meins. Und nebenbei kann man sich wunderbar mit den vielen Besuchern über die DruckerBande mit ihren vielen Workshop-Angeboten unterhalten. Und wen es interessiert, dem erzähle ich dann auch mit wachsender Begeisterung etwas über die Geschichte und die Zukunft des DruckerViertels.