Wenn der Vater mit dem Kinde DRUCK macht

Seit 27 Jahren gehört das Vater-Kind-Zelten der Väter des Regenbogenkindergartens Einbeck fest zum Jahresprogramm. Mit viel Engagement organisieren die Väter diese besondere Auszeit, bei der Gemeinschaft, gemeinsame Erlebnisse und wertvolle Zeit miteinander im Mittelpunkt stehen. Der Kindergarten unterstützt die Aktion, stellt die Fläche zum Zelten und Grillen zur Verfügung und ermöglicht so Jahr für Jahr ein Wochenende voller Erinnerungen. Traditionell gehört dazu auch ein kulturelles Angebot, das jedes Jahr neue Akzente setzt.

In diesem Jahr führte der gemeinsame Ausflug 13 Väter mit ihren Kindern und deren Geschwistern in die interaktive Kunstdruckwerkstatt Druckerbande. Nach einer kurzen Einführung gab es kein festes Programm und keine Vorgaben – stattdessen waren Kreativität, Fantasie und gemeinsames Ausprobieren gefragt. Mitgebrachte T-Shirts und Taschen wurden zu individuellen Kunstwerken: Oldtimer, Fachwerkhäuser, coole Eulen oder der eigene Name fanden ihren Weg auf Stoff und verwandelten Alltagsgegenstände in persönliche Erinnerungsstücke.

Besonders wertvoll war dabei nicht das fertige Ergebnis allein, sondern der gemeinsame Prozess. Väter und Kinder arbeiteten Seite an Seite, halfen sich gegenseitig, lachten, experimentierten und erlebten, wie aus einer Idee Schritt für Schritt etwas Eigenes entsteht. Die liebevoll gestalteten Drucke werden die Kinder noch lange begleiten und sie an einen besonderen Tag erinnern, der ganz ihnen und ihren Vätern gehörte.

Genau solche Begegnungen machen auch die Arbeit der Druckerbande aus. Als soziokulturelles Projekt schafft sie Räume, in denen Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Vorkenntnissen gemeinsam kreativ werden können. Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Teilhabe, gemeinsames Erleben und die Freude daran, mit den eigenen Händen etwas zu gestalten. So entstehen nicht nur Drucke und Kunstwerke, sondern vor allem Begegnungen, Gespräche und Erinnerungen, die weit über den Moment hinaus wirken.

Von der Feder zum Computer

Schülergruppen der Paul-Gerhardt-Schule Dassel absolvierten Buchdruckworkshop in der Druckerbande Einbeck

Wie wurde Wissen verbreitet, bevor es Computer, Smartphones und Drucker gab? Und warum hat die Erfindung des Buchdrucks die Welt verändert? Diesen Fragen gingen Schülerinnen und Schüler der Paul-Gerhardt-Schule Dassel, Klasse 5c heute bei einem praxisorientierten Workshop der Druckerbande nach.

Zu Beginn knüpfte die Gruppe an bereits erworbenes Wissen aus dem Stadtmuseum an. Gemeinsam wurde erinnert: Womit wurde früher geschrieben? Wie fühlte sich das Schreiben mit Feder und Tinte an? Was war schwierig? Schnell wurde deutlich, wie viel Geduld und Konzentration früher nötig waren, um Texte von Hand anzufertigen. Als einige Schülerinnen und Schüler ein Wort mit Feder und Tinte schrieben, beobachtete die Gruppe mit einer altertümlichen Sanduhr aufmerksam: Das Schreiben war langsam und durch zuviel Tinte ungleichmäßig. Die Vorstellung, auf diese Weise ein ganzes Buch zu verfassen, sorgte für Staunen.

An dieser Stelle wurde der entscheidende Gedanke der Druckgeschichte greifbar: Johannes Gutenberg schrieb Schrift nicht mehr – er baute sie, er entwickelte ein System des „Kopierens“. Die Schülerinnen und Schüler lernten den grundlegenden Unterschied zwischen Schreiben und Setzen kennen. Während Handschrift individuell, fließend und einmalig entsteht, wird Schrift beim Setzen aus einzelnen Buchstaben zusammengesetzt und kann beliebig oft reproduziert werden. Anhand von Holzbuchstaben konnten die Kinder erleben, wie aus einzelnen Buchstaben Wörter entstehen.

Besonders spannend wurde es bei den praktischen Übungen. In kleinen Gruppen setzten die Kinder einfache Wörter. Dabei zeigte sich schnell, dass das Finden der richtigen Buchstaben Konzentration und Teamgeist verlangt. „Es war echt anstrengend beim Buchstabensetzen, weil man ja spiegeln musste.“ so eine Schülerin. Herzliches Lachen in der Runde verursachte zum Beispiel das Wort esaN, was korrekt gespiegelt Nase gehießen hätte, und schnell zum Wort des Tages gekürt wurde. Gemeinsam wurde gesetzt, kontrolliert und gedruckt. Fehler mussten entdeckt und korrigiert werden – ganz wie in einer historischen Druckerei. Dabei waren Kommunikation und Genauigkeit gefragt. Projektleiterin Patricia Magdalene Keil-Kattowitz hatte speziell für den Besuch der Schülergruppen einen handlichen Druckerballen a la Gutenberg vorbereitet. Ein mit Wolle gefülltes Rundleder, das prima in den Kinderhänden lag und mit dem die Druckerfarbe aufgenommen und auf die Letter aufgebracht werden konnte. „Das drumrumbauen, damit das Wort im Setzrahmen nicht wackelt beim Drucken, hat auch ganz schön lange gedauert.“ so der Druckerlehrling Ben. Schlussendlich haben alle Gruppen stolz ihre selbst gesetzten und gedruckten Karten in den Händen gehalten.

Neben den handwerklichen Erfahrungen stand auch die gesellschaftiche Bedeutung der Schrift im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten, wie sich die Welt veränderte, als Bücher plötzlich in großer Zahl hergestellt werden konnten. Mehr Bücher bedeuteten mehr Wissen, mehr Bildung und neue Möglichkeiten, Ideen zu verbreiten. Gemeinsam wurde der Vergleich gezogen: Der Buchdruck war für die Menschen des 15. Jahrhunderts ähnlich revolutionär wie das Internet für unsere heutige Gesellschaft. Auch das Hinterfragen der „Informationsgebenden“ und Wissensquellen wurde eingebracht.

Zum Abschluss schlug die Druckerbande die Brücke zur Gegenwart. Die Kinder verglichen das Schreiben mit Feder und Tinte, das Setzen von Schrift und das Tippen auf einer Tastatur. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich die Werkzeuge verändert haben – und gleichzeitig, wie wichtig Schrift als Grundlage von Kommunikation geblieben ist.

Der Workshop verfolgte das Ziel, die Entwicklung von der Handschrift über den Buchdruck bis zur digitalen Schriftkultur verständlich und erlebbar zu machen. Durch eigenes Ausprobieren konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur historische Drucktechniken kennenlernen, sondern auch erfahren, wie eng Schrift, Handwerk, Kreativität und gesellschaftlicher Wandel miteinander verbunden sind.

Die Druckerbande versteht sich als Vermittlerin des immateriellen Kulturerbes Druckkunst. Der Besuch der PG Dassel zeigte eindrucksvoll, wie historische Kulturtechniken auch heute noch faszinieren und junge Menschen dazu anregen können, die Geschichte der Medien und Kommunikation mit allen Sinnen zu entdecken.

„Ich freue mich, dass die Druckerbande als ausserschulischer Lernort wahrgenommen und genutzt wird. Die besondere und ungezwungene Atmosphäre in der historischen Werkstatt vermitteln auch schon ein gewisses Flair.“ so Patricia Keil-Kattowitz.

Gefördert wurde der Austausch von der ZuJuk Stiftung:

Zukunftsstiftung Jugend – Umwelt – Kultur

Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Jugend mit Schwerpunkt Umwelt und Kultur. Dies soll insbesondere durch solche Projekte erfolgen, die Kreativität, Eigeninitiative, Persönlichkeit und interkulturelle Toleranz von Jugendlichen fördern.

Wir danken der ZuJuK für die Förderung dieser Kulturexkursion der Paul-Gerhardt-Schule am 2. und 3. Juni 2026.

deutsch-polnischer-schueleraustausch-2026

Kreativität, Geschichte und internationale Begegnung standen im Mittelpunkt eines besonderen Projekttages in der historischen KunstDruckWerkstatt „DruckerBande“. Im Rahmen des deutsch-polnischen Austauschs erlebten Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern die traditionsreiche Welt der Druckkunst und verbanden historische Techniken mit modernen Gestaltungsideen.

Im sogenannten Direktdruck gestalteten die Jugendlichen ihre eigenen T-Shirts und setzten dabei individuelle kreative Akzente. Zur Verfügung standen zahlreiche handgefertigte Modeln mit typischen Einbecker Motiven wie Fachwerkhäusern, Oldtimern und Hopfen, ergänzt durch Schullogos der teilnehmenden Gruppen. So entstanden persönliche und zugleich identitätsstiftende Erinnerungsstücke, die Geschichte, Herkunft und Gemeinschaft sichtbar miteinander verbanden.

Die historische Werkstatt wurde dabei zu einem Ort lebendiger kultureller Begegnung. Beim gemeinsamen Drucken, Ausprobieren und Experimentieren entwickelten sich schnell Gespräche, Teamarbeit und gegenseitiges Interesse – oft ganz ohne viele Worte. Kunst erwies sich erneut als verbindende Sprache über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg.

Das Kunstprojekt verfolgte mehrere zentrale Ziele: die Förderung des interkulturellen Austauschs zwischen deutschen und polnischen Jugendlichen, die Stärkung von Kreativität und Teamfähigkeit sowie die Vermittlung kultureller Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Gleichzeitig wurde deutlich, wie historische Kulturtechniken auch heute junge Menschen begeistern und neue Ausdrucksformen ermöglichen können.


Folgende Kulturangebote für die deutschen und polnischen Schüler:innen fanden am 21. April noch statt:


Gefördert wurde der Austausch von der ZuJuk Stiftung:

Zukunftsstiftung Jugend – Umwelt – Kultur

Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Jugend mit Schwerpunkt Umwelt und Kultur. Dies soll insbesondere durch solche Projekte erfolgen, die Kreativität, Eigeninitiative, Persönlichkeit und interkulturelle Toleranz von Jugendlichen fördern.

Wir danken der ZuJuK für die Förderung dieses Kulturtages im Rahmen internationalen Austausches der IGS Einbeck und der Partnerschule aus Twardogora / Polen am 21. April 2026.

Warum das Handwerk zurück in die Stadt gehört – ein Besuch in der Steintorpresse in Bremen

Was haben die Hamburger Elbphilharmonie und eine kleine, versteckte Werkstatt im Bremer Viertel gemeinsam? Mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Bei unserem letzten Familienausflug hat es uns in den „Medienhaven“ zur Steintorpresse verschlagen. Dort haben wir nicht nur Peer Rüdiger und sein Team getroffen, sondern auch ein Stück

Zwischen High-Tech und Heidelberger Tiegel

Der Empfang war herzlich und direkt – typisch für einen Ort, an dem noch richtig gearbeitet wird. Peer hat uns dann beispielsweise eines seiner Vorzeigeprojekte gezeigt: die „Mini-Elphi“. Ein filigranes Papierobjekt, das wir sogar selbst zusammenfalten durften.

Das Faszinierende daran ist die Herstellung. Während die Welt um uns herum immer digitaler wird, setzt Peer für solche Arbeiten auf den klassischen Original Heidelberger Drucktiegel. Die Maschine aus einer anderen Ära ist hier kein Museumsstück, sondern ein Arbeitstier. Peer nutzt sie zum Stanzen und Falzen – egal ob Flächen präzise ausgeschnitten oder Kanten für komplexe Faltungen vorbereitet werden müssen. Es ist faszinierend zu sehen, wie eine mechanische Präzision, die heute kaum noch neu gebaut wird, moderne Designobjekte spielend möglich macht.lebendige Industriekultur erlebt.

Besonders interessant:

Wenn man bei uns in der DruckerBande beim Anblick unseres Original Heidelberger Drucktiegel schon ins Stauen gerät, so wird man in der Steintorpresse noch einmal mehr fasziniert sein. Denn hier gibt es die historische Presse auch noch mit Fußantrieb. Hier wäre local manufacturing also auch dann noch möglich, wenn wir es mit akuter Energiekanppheit zu tun bekämen.

Local Manufacturing: Ein Statement gegen die reine Dienstleistungsgesellschaft

Im Gespräch mit Peer wurde uns auch klar: Hier geht es um mehr als „nur“ um Drucksachen. Es geht um eine Überzeugung. In den letzten Jahrzehnten hat sich das produzierende Gewerbe fast unbemerkt aus unseren Innenstädten verabschiedet. Die Folge? Wir haben massiv an Wissen verloren – sowohl über das Produzieren als auch über das Reparieren.

Wenn die Produktion auf die „grüne Wiese“ oder gleich ins Ausland abwandert, entstehen Abhängigkeiten und endlose Lieferketten für einfachste Produkte. Peer steuert hier bewusst dagegen. Ein von ihm begeistert mit Leben gefülltes Motto ist das Local Manufacturing. Er hat seine Produktionsstätte fest im Herzen der Stadt verankert, setzt auf den persönlichen Kontakt und zeigt, dass eine Stadt ohne produzierendes Gewerbe Gefahr läuft, ihre Identität zu verlieren. Kann man eine reine Dienstleistungsgesellschaft am Ende überhaupt noch „produktiv“ nennen, wenn niemand mehr weiß, wie man Dinge erschafft?

Ein Geist, zwei Werkstätten

Dieser Austausch war für uns als Team vom Druckerviertel unglaublich inspirierend. Auch wenn wir mit unserer DruckerBande einen etwas anderen Fokus haben – bei uns steht die Druckkunst im Vordergrund –, so eint uns doch derselbe Kern: der Erhalt und die Nutzung historischer Druckmaschinen und somit das Wissen darum, wie man vor Ort noch selbst etwas herstellt.

Es ist der Wunsch nach dem haptischen Erleben, das Wissen um Mechanik und die Liebe zum Detail, das uns verbindet. Ob in Bremen oder bei uns – es geht darum, Technik nicht nur zu museal vorzuhalten, sondern sie zu beherrschen und mit ihr Neues zu schaffen.

Der Besuch bei Peer und der Steintorpresse war wie eine Frischzellenkur für den Kopf. Es ist schön zu wissen, dass es Mitstreiter gibt, die das Handwerk nicht nur als Tradition verstehen, sondern als notwendigen Baustein für eine zukunftsfähige, lokale Wirtschaft.

Hier wird wieder mit dem Lastenrad geliefert

Und wer uns kennt, kennt auch unsere Leidenschaft für’s Lastenrad….

Bolle lässt Grüßen

Klar, dass wir auch hier in der Steintorpresse auf offene Ohren und ein lässiges Liefer-Lastenrad gestoßen sind.


Schaut mal vorbei, wenn ihr in Bremen seid – es ist wie in kleiner Urlaub im Urlaub!

Oder habt ihr einen ganz besonderen Druckerproduktwunsch? Hier kann er erfüllt werden:

Gutenberg & Keil

Patricia Magdalene Keil-Kattowitz, Künstlerin und Leiterin verschiedener Kulturprojekte im KFE e.V., hat jüngst eine traditionsreiche Gutenberg-„Druckwerkstatt“ in die DruckerBande einziehen lassen. Sie lädt nun Schulklassen ein, diesen neuen Bereich der interaktiven KunstDruckWerkstatt als lebendigen Lernort zu erleben – ein Ort, an dem Geschichte durch aktives Werken mit den eigenen Händen erfahren werden kann.

„Für mich hat die Zeit von Gutenberg und der durch die Erfindung des Buchdrucks rasanten Informationsverbreitung eine ganz besondere Aura und ich freue mich,meinen Teil dazu beitragen zu können, Schülerinnen und Schülern diesen Meilenstein der Menschheitsgeschichte nicht nur durch Bilder und Worte, sondern durch aktives Erfahren vermitteln zu können.“ so die gelernte Mediengestalterin.

Aktuell plant sie gemeinsam mit Annett Schulze, Lehrkraft an der Paul-Gerhardt-Schule Dassel, die Druckerbande als festen Lernort für Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs zu etablieren.

Der Bogen soll von den Anfängen des um das Jahr 1540 durch Johannes Gutenberg erfundenen Buchdrucks bis hin zur digitalen Gegenwart gespannt werden. Schülerinnen und Schüler tauchen dabei in vielfältiger Weise in die Welt der Schrift- und Druckkultur ein: Sie setzen Lettern, drucken selbst und erleben, wie eng Kommunikation, Handwerk und Kreativität seit jeher miteinander verbunden sind. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass Schrift weit mehr ist als bloße Information. Sie ist ein kulturelles Gut von essentiellem Wert, geprägt von handwerklichem Können und gestalterischer Ausdruckskraft. Durch die Verbindung historischer Techniken mit aktuellen Entwicklungen entsteht in der DruckerBande ein spannender Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart – und ein neues Bewusstsein für den Wert von Medien in unserer digitalen Zeit.

Neben kreativem Arbeiten fördert dieser Lernort auch Teamgeist und kulturelle Bildung. Gleichzeitig stärkt ein Besuch der DruckerBande die regionale Identität, indem es ein bedeutendes Stück Einbecker Handwerksgeschichte in die Gegenwart holt. Die Druckerbande versteht sich dabei als Vermittlerin immateriellen Kulturerbes – und als Ort, an dem Bildung lebendig wird.

Das Druckerviertel im Fokus von Architekturstudierenden der HAWK

»Radikal Denken — Sensibel Handeln«: Unter diesem Motto haben Studierende im Masterstudiengang Architektur an der HAWK Hildesheim an der Fakultät Bauen und Erhalten Szenarien für die stufenweise Transformation des Einbecker Druckerviertels entwickelt und am Donnerstag, den 13. Februar 2025 den Akteuren im Kiez und Interessierten in der kunsthistorischen Druckerwerkstatt DruckerBande zur Diskussion gestellt. Die insgesamt 8 Arbeiten wurden in zwei Zeitfenstern vorgestellt – von 11:00—12:45 und von 14:15—16:00 Uhr. Der Einladung, dieser öffentlichen Vorstellung der Studienarbeiten beizuwohnen folgten interessierte Einbecker Büger aus nah und fern. Im Zeitfenster von 15:30 bis 15:45 Uhr wurde durch den Kulturschaffenden Martin Keil die wirtschaftliche Zukunft des gesamten Druckerviertels in Form einer gemeinnützigen GmbH vorgestellt.

Ausgehend von einem selbst gesetzten, übergeordneten Thema für das Gesamtareal wurden Vorschläge und Ideen exemplarisch untersucht, wie neue Nutzungen die räumlichen Potentiale im Bestand beeinflussen. Der jeweiligen Konzeptidee folgend wurde durch Rückbau, Umbau oder Neubau der Strukturen im verbindenden Hof das Quartier von Innen nach Außen entwickelt und somit ganzheitlich neu gedacht – eben »Inside Out«.

Ein Semester lang haben sich acht Studierende unter der Betreuung von Prof. Peter-Karsten Schultz und Sonja Tinney der Herausforderung gestellt, die besonderen räumlichen Qualitäten des Druckerviertels und seinem Umfeld zu erkennen, und diese in einen spannenden Dialog aus Alt und Neu zu überführen. Dabei haben sie sich mit historischen Konstruktionen und Bauweisen auseinandergesetzt und dies exemplarisch bei der Umstrukturierung bestehender Fachwerkgebäude am Möncheplatz erprobt.

Die Kooperation mit der HAWK Hildesheim wurde durch die Denkmalpaten Einbeck unter der Trägerschaft der Konzert- und Kulturfreunde Einbeck nach Einbeck eingeladen.

Alle Arbeiten werden wir hier in Form von Video-Präsentationen vorstellen, sobald wir sie übermittelt bekommen haben werden. Für den Moment schon einmal einige Fotos von den spannenden Projektvorstellungen:

Nicht alles, was ätzt ist, ist ätzend!

Jüngst wurde die DruckerBande zur experimentellen Radiewerkstatt. Unter Anleitung von Claudia Binder hat eine mit fast allen Drucktechniken gewaschene Bande in der Werkstatt am Möncheplatz einfach mal einige Stunden lang Ätzradierungen heJüngst wurde die DruckerBande am Möncheplatz zur experimentellen Radierwerkstatt. Unter Anleitung von Claudia Binder hat eine mit fast allen Drucktechniken gewaschene Bande in der Werkstatt einige Stunden lang Ätzradierungen hergestellt. Ziel dieser spannenden Aktion war auch herauszufinden, ob sich nicht gegebenenfalls zukünftig auch hin und wieder ein Workshop „Ätzradierung“ als weiteres Angebot der DruckerBande aufnehmen lassen könnte.

Die Arbeitsschritte bei der Herstellung einer Ätzradierung sind dabei durchaus umfangreich und aufwendig. Zunächst wird eine Kupferplatte sorgfältig poliert, sodann entfettet und mit einem Abdecklack beschichtet, damit die Oberfläche dort, wo später kein Motiv ist, vor der Säure geschützt ist. Sodann folgt mit dem Einritzen des Motives auch schon der kreative Teil der Arbeit. Dann wird es „ätzend“, in dem die Platte mit Eisen(III)-chlorid geätzt wird. Danach wird der Abdecklack entfernt und die Platte mit Kupferdruckfarbe eingefärbt. Nach dem Durchwalzen in der Tiefdruckpresse zeigt sich bereits eine schöne Strichätzung. Sollen darüber hinaus auch homogene Flächen entstehen, muss ein 2. Arbeitsgang mit der sog. Aquatinta-Technik erfolgen. Dazu wird Kolophonium-Pulver aufgestreut und angeschmolzen, erneut geätzt und schließlich wieder gedruckt. Die Tiefdruckpresse wurde der DruckerBande vor zwei Jahren vom Kunsthaus Collage Dassel überlassen. 

Der ganze technische und kreative Prozess ist zeitlich schon etwas aufwendig. Die Druckergebnisse halten dann für Einsteiger in diese Druckkunstform dabei auch noch durchaus Überraschungen bereit, da es von vielen Faktoren und Variablen abhängt, was man am Ende zu sehen bekommt. Alle Teilnehmer:innen der DruckerBande waren aber wie stets sehr motiviert bei der Sache und somit ist der Gedanke, auch im Bereich der Ätzradierung zukünftig hin und wieder Workshops anzubieten, durchaus eine spannende Option.

Wer Interesse hat, sich auch mit dieser Form der Druckkunst zu beschäftigen, kann sich z.B. zum „Tag der Druckkunst“ am Samstag, den 15.03.25 zwischen 11 und 13 Uhr persönlich vor Ort in der DruckerBande informieren. Denn dann wird dort auch eine kleine Demonstration zur Ätzradierungen erfolgen.

Fotos und Spiegelstriche Arbeitsschritte: Wolfgang Böttcher / Mitglieder der DruckerBande

Ahhhhh 3!!! Er läuft

Der 4. Dez. 2024 geht bei uns in der DruckerBande wohl in die Geschichte ein. Es war mal wieder Mittoch und es hieß: „Offene Werkstatt Buchdruck“. Es ist wirklich schön und bemerkenswerkt, dass die Gruppe der Drucker, die nun regelmäßig die „Offene Werkstatt Buchdruck“ beleben, immer größer wird. Derzeitig tummeln sich an diesen Tagen schon rund 10 der Druckkunst an historischen Druckmaschinen erlegene Menschen und freuen sich gemeinsam über jeden Letter und jedes kunstvoll bedruckte Papier.

Seit einiger Zeit erfahren allerdings ganz besondere Druckmaschinen verhältnismäßig viel Aufmerksamkeit und wenn sie sich bewegen, dann begeistern sie jung und alt, Buchdrucker, -setzer und Binder, Besucher und Aktive DruckerBanden-Mitglieder gleichermaßen. Es ist einfach eindrucksvoll, wenn sich ein Original Heidelberger Drucktiegel (OHT) in Bewegung setzt. Kraft trifft hier auf Präzision – nahezu auf Eleganz.

Am 4. Dez. hat nun unser Maschinenbauer Rolf wieder einmal einen Blick auf unsere in der Hofwerkstatt schon seit Jahrzehten schlummernden Heidelberger Drucktiegel geworfen. Ein A4er und ein A3er stehen da sein Jahrzehnten unberührt und ungenutzt herum. Im Winter standen sie dort Jahr für Jahr in der klirrenden Kälte, im Sommer freuten sich die Ratten, wenn um sie herum gelbe Säcke gelagert wurden. Nun gut, es wirkte immer so, als ob die Drucker in den 70er Jahren irgendwann ganz einfach den Raum und ihre Maschinen verlassen hätten und den Maschinenpark dabei einfach sich selber überlassen hätten. Niemand kümmerte sich darum, was mit den Maschinen der Druckerei passierte.

Bis nun eben die Aktiven der DruckerBande wieder einmal dem Motto „Machen und Lachen“ folgend den A3er-Tiegel einfach mal an der Welle mit der Hand antrieben und feststellten: hier hängt nichts fest – der A3er ist nicht festgerostet noch hat sich Öl oder sonst ein Schmierstoff festgesetzt. Entschlossen, wie wir nun mal sind, entschied sich Rolf dazu, einfach mal alle Schalter des A3er-Tiegels anzuschalten. Und – siehe da: die Maschine begann sich augenblicklich wieder in Bewegung zu setzten. Was für ein Fest für die DruckerBande:

Coole Gruppen-Events in der DruckerBande

Immer wieder buchen auch Unternehmen für Team-Bildungsmaßnahmen die DruckerBande. Kurzweilig, alternativ, kreativ und lustig ist so ein Abend immer.

Jüngst hat uns z.B. wieder eine größere Gruppe der KWS SAAT in der DruckerBande besucht. Neben viel Raum für das Come Together haben auch alle ein selbst bedrucktes Stoffstück erstellt. Hierzu waren im Vorfeld natürlich im 3D-Drucke auch die passenden KWS-Druckstempel erstellt worden.

Feministische Botschaften in die Welt spreaden

„Mom is just a reflection of wow“ und „God is a woman“, „die Zeiten gendern sich!“. Das sind nur einige feministische Statements, die seit kurzem auf Textilien in der Region spazieren gehen und so auf die Kraft der Frauen als tragende Säule der Gesellschaft aufmerksam machen. Druck dafür gemacht wurde am 4. März im Rahmen der feministischen Woche 2024. In der kunsthistorischen Druckwerkstatt „DruckerBande“ in Einbeck versammelten sich in einer inspirierenden und sehr persönlichen Atmosphäre zwei Dutzend Frauen und junge Teenager, um sich über Feminismus, Care-Arbeit und geschlechterbedingte Ungleichbehandlung auszutauschen und genau dieses Thema in Form eines Druckkunst-Workshops Ausdruck zu verleihen.

Mitinitiatorin Barbara Zimmermann trug Auszüge aus einschlägigen Statistiken vor.  91% der Bürgermeister sind männlich, das Betreuungspersonal in Kindertageseinrichtungen ist hingegen zu 91,8% weiblich und Frauen erhalten durchschnittlich einen 18 % geringeren Stundenlohn als Männer.

Die Teilnehmerinnen waren sich darin einig, dass man die Wut über solche Benachteiligungen von Frauen in Mut verwandeln sollte. Mut, die Ungerechtigkeit aufzuzeigen und die Gesellschaft dadurch zu sensibilisieren. So kann es schließlich gelingen, den Wandel hin zu einer genderübergreifenden Gleichberechtigung in der Gesellschaft zu erreichen.

 „So viele engagierte Frauen, so viel Frauenpower, so viel Druck versammelte sich an diesem Abend in der DruckerBande – einfach grandios!“ so eine Teilnehmerin aus Bad Gandersheim. Tatsächlich kamen die aufgeschlossenen und engagierten Frauen aus der ganzen Region und aus den vielfältigsten Berufsgruppen, was schließlich das Netzwerken ungeheuer spannend machte. Workshopleiterin Patricia Keil stellte Farben und Drucklettern bereit, begleitete die Druckerinnen bei der Gestaltung ihrer Statement-Textilien und freute sich schließlich darüber, dass einzigartig gute Dinge entstanden sind. „Es war eine mega Veranstaltung! Ich hab‘ nun Bock, weiter Druck zu machen!“ so Teilnehmerin Annett euphorisch. Der Wunsch, Folgeprojekte zu diesen Themen anzubieten, ist groß. Es wurde in der Gruppe somit auch gleich Folgetermine bestimmt. „Druck mit Frauen für eine gleichberechtigte coole Gesellschaft“ diesen Satz nimmt Christina aus Heckenbeck aus der Veranstaltung mit nach Hause. Gefördert wurde dieses Event von „Partnerschaft für Demokratie Landkreis Northeim“, dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“, sowie vom „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“. Noch bis zum 8. März finden Events im Rahmen der Feministischen Woche im Landkreis statt. Mehr Informationen auf www.weltbuehne.info.

Bildhinweis: Spieker Fotografie @aus.leidenschaft.entwickelt

Und hier noch zwei kleine reels…