IGS Einbeck Polenaustausch

Schüler kulturell unterwegs

In den Morgenstunden ging es los und zog sich bis in den Abend. Am 2. Mai erlebten 22 polnische Austauschschüler*innen aus Twardogóra mit ihren 22 deutschen IGS-Schülern des 8. Jahrgangs die vielfältigen Angebote der Konzert- und Kulturfreund Einbeck e.V. Los ging es mit einer Gruppe und deren Lehrkräften in der interaktiven Kunstdruckwerkstatt „DruckerBande“ am Möncheplatz. Die Schüler konnten sich kreativ mit Druckstempeln und Farben an eigenen T-Shirts austoben. Angeleitet wurden die Schüler von Praktikantin Lenja Langer und Workshopleitung Marie Kusber. Der dafür eigens hergestellte IGS-Logo-Schulstempel traf dann auf coole Sprüche, Oldtimer- und Fachwerkmotivdruckvorlagen.

Mit viel Liebe, Sorgfalt und interessanten Kreativansätzen sind schöne Erinnerungen entstanden, während die andere Gruppe in Einbecker Geschichten eintauchen durfte. So führte Denkmalaktivistin Patricia Keil auf Deutsch und polnisch die Schüler durch das spannende Fachwerkgebilde und lud, beim Lehmsteinworkshop, zum Retten des Hauses ein. „Es ist immer wieder spannend die Schüler zu beobachten, die noch nie solch ein entkerntes Fachwerkhaus gesehen haben.“ so Projektleitung Keil. Damit sie auch beim Nachbarn reinschnuppern können, öffnete Rainer Cestnik die Ausstellung im Geburtshaus seines Vaters und führte die Gruppen durch die Kunstwerke. Einen kleinen Aufgaben-Kunstbogen füllten die Schüler mühelos aus und konnten dann auch dem Credo „Cestnik kennt jeder“ Folge leisten. „Es ist schon etwas ganz Besonderes, dass man im Geburtshaus des Künstlers Cestnik von seinem Sohn durch die Werke geleitet wird. Das gibt es nicht überall!“ so die Lehrkraft Anja Vierkötter.

Am Nachmittag folgte für die große Gruppe noch ein Erlebnis im Rahmen der regional größten Open Air Galerie „Street Art Meile“. Bei herrlichem Wetter zogen die Jugendlichen und Lehrkräfte von Spot zu Spot und waren sichtlich beeindruckt von der Vielfalt der Werke und Insider-Infos, die man ausschließlich im Rahmen einer Tour bekommt.

Zum Abschluss des Abends hat sich Martin Keil etwas Passendes für die polnischen Freunde überlegt und ein deutschpolnisches Programm entwickelt. Das Konzert „Spotkanie – Begegnung – Duos für Violine und Klavier“ mit dem Künstlerehepaar Agnieszka und Artur Pacewicz stand auf dem Programm. Spotkanie – das ist das Wort für Begegnung in der polnischen Sprache, denn die Begegnung war auch das Motto des Abends als 22 Gäste aus Twardogóda gemeinsam mit 22 IGS-Schülerinnen das klassische Konzert erlebten und auf diese Weise auch gleich am Begeisterungswettbewerb des Konzerthauses teilnahmen. „Wir waren total begeistert wie die Musik die Schüler zusammengebracht hat. Es ist das Schönste, wenn solche Momente passieren mit denen man nicht rechnet.“ So Theresa Lücking.

Initiiert und geplant wurde der Kulturtag durch die konstruktiv-kreative Zusammenarbeit mit der Integrierte Gesamtschule Einbeck (IGS) im Gespräch mit Anja Vierkötter (Jahrgangsleiterin IGS) und Lehrkraft Theresa Lücking sowie Patricia und Martin Keil (Konzert- & Kulturfreunde Einbeck e.V.)

Coole Gruppen-Events in der DruckerBande

Immer wieder buchen auch Unternehmen für Team-Bildungsmaßnahmen die DruckerBande. Kurzweilig, alternativ, kreativ und lustig ist so ein Abend immer.

Jüngst hat uns z.B. wieder eine größere Gruppe der KWS SAAT in der DruckerBande besucht. Neben viel Raum für das Come Together haben auch alle ein selbst bedrucktes Stoffstück erstellt. Hierzu waren im Vorfeld natürlich im 3D-Drucke auch die passenden KWS-Druckstempel erstellt worden.

Feministische Botschaften in die Welt spreaden

„Mom is just a reflection of wow“ und „God is a woman“, „die Zeiten gendern sich!“. Das sind nur einige feministische Statements, die seit kurzem auf Textilien in der Region spazieren gehen und so auf die Kraft der Frauen als tragende Säule der Gesellschaft aufmerksam machen. Druck dafür gemacht wurde am 4. März im Rahmen der feministischen Woche 2024. In der kunsthistorischen Druckwerkstatt „DruckerBande“ in Einbeck versammelten sich in einer inspirierenden und sehr persönlichen Atmosphäre zwei Dutzend Frauen und junge Teenager, um sich über Feminismus, Care-Arbeit und geschlechterbedingte Ungleichbehandlung auszutauschen und genau dieses Thema in Form eines Druckkunst-Workshops Ausdruck zu verleihen.

Mitinitiatorin Barbara Zimmermann trug Auszüge aus einschlägigen Statistiken vor.  91% der Bürgermeister sind männlich, das Betreuungspersonal in Kindertageseinrichtungen ist hingegen zu 91,8% weiblich und Frauen erhalten durchschnittlich einen 18 % geringeren Stundenlohn als Männer.

Die Teilnehmerinnen waren sich darin einig, dass man die Wut über solche Benachteiligungen von Frauen in Mut verwandeln sollte. Mut, die Ungerechtigkeit aufzuzeigen und die Gesellschaft dadurch zu sensibilisieren. So kann es schließlich gelingen, den Wandel hin zu einer genderübergreifenden Gleichberechtigung in der Gesellschaft zu erreichen.

 „So viele engagierte Frauen, so viel Frauenpower, so viel Druck versammelte sich an diesem Abend in der DruckerBande – einfach grandios!“ so eine Teilnehmerin aus Bad Gandersheim. Tatsächlich kamen die aufgeschlossenen und engagierten Frauen aus der ganzen Region und aus den vielfältigsten Berufsgruppen, was schließlich das Netzwerken ungeheuer spannend machte. Workshopleiterin Patricia Keil stellte Farben und Drucklettern bereit, begleitete die Druckerinnen bei der Gestaltung ihrer Statement-Textilien und freute sich schließlich darüber, dass einzigartig gute Dinge entstanden sind. „Es war eine mega Veranstaltung! Ich hab‘ nun Bock, weiter Druck zu machen!“ so Teilnehmerin Annett euphorisch. Der Wunsch, Folgeprojekte zu diesen Themen anzubieten, ist groß. Es wurde in der Gruppe somit auch gleich Folgetermine bestimmt. „Druck mit Frauen für eine gleichberechtigte coole Gesellschaft“ diesen Satz nimmt Christina aus Heckenbeck aus der Veranstaltung mit nach Hause. Gefördert wurde dieses Event von „Partnerschaft für Demokratie Landkreis Northeim“, dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“, sowie vom „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“. Noch bis zum 8. März finden Events im Rahmen der Feministischen Woche im Landkreis statt. Mehr Informationen auf www.weltbuehne.info.

Bildhinweis: Spieker Fotografie @aus.leidenschaft.entwickelt

Und hier noch zwei kleine reels…

Inbetriebnahme der Tiefdruckpresse

Jeden Samstag öffnet die DruckerBande von 11 bis 13 Uhr ihre Türen. Dann kann sich ein jeder mal in der DruckerBande umsehen, sich über diese schöne kunsthistorische Druckerwerstatt informieren, hochwertige und oft auch witzige Kunstdrucke erwerbe und ab und zu auch mal Drucker:innen bei der Arbeit beobachten.

Am letzten Samstag hat uns die Druckkünstlerin Claudia Binder aus Suterode die Freude gemacht, unsere Tiefdruckpresse in Betrieb zu nehmen. Claudia Binder kann auf fundiertes Wissen und viel Erfahrung im Tiefdruck setzten. Am 2. März hat sie im ersten Zuge den Zustand der Tiefdruckpresse in der DruckerBande gecheckt. Ergebnis: die Presse taugt und man kann mit ihr wunderbar Atz- und Kaltnadelradierungen drucken. Wie das technisch so funktioniert, konnten wir uns am 2. März schon einmal abschauen. Aber das war ja auch nur der Anfang, denn:

Im laufenden Jahr 2024 stehen noch einige Projekte in diesem Fachbereich der Druckkunst ins Haus. In Einbeck hat sich nämlich jahrzehntelang ein sehr rennomierter Künstler mit der Kunstform Radierung beschäftig. Franz Cestnik, nach dem seit dem Cestnijahr 2021 auch ein Platz in der Innenstadt benennt ist, hat sein Leben lang viele Radierungen hergestellt. Drucken hat er seine Kunstwerke dann allerdings von professionellen Werkstätten. Hier wollen wir nun noch einmal einsteigen.

Rainer Cestnik, Sohn des Künstlers Franz Cestnik, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der sorgfältigen Archivierung der Werke seines Vaters. Im Archiv befinden sich neben den fertigen Bildern auch Dutzende Metallplatten, auf denen Franz Cestnik seine Kustwerke eingeritzt hat. Diese Druckplatten wurden dann nach der Fertigstellung durch den Künstler in die Druckerei gegeben. In der Regel wurden die Motive der Platten 20 mal abgezogen. Die in der Zahl limitierten Kunstdrucken wurde dann durch den Künstler signiert und fanden ihren Weg in den Kustmarkt.

Eine Tiefdruckpresse drückt Papier und Druckvorlage mit einem enorm hohen Druck zusammen. Das hat zur Folge, dass die Druckvorlagen recht schnell „abgenudelt“ ist. Das Wort „abgenudelt“ leitet sich übrigens von der Nudel, dem Druckstock, her, der nach vielen Druckvorgängen verschlissen, abgenudelt, ist.

Gemeinsam mit Claudia Binder wird nun an einem Workshopkonzept gearbeitet, bei welchen junge Menschen die Kunstform Radierung von der Motividee, über die Anfertigung der Druckplatte, das Drucken bis hin zum fertig gedruckten Bild an der Wand kennenlernen sollen. Die Workshop angeboten werden hier auf der Seite „Druckerviertel“ präsentiert, so bald sie durchkonzipiert und termniert sein werden.

Druckkunst – kreativ und offen geplant

Am Freitag, den 19. Jan. fand wieder eine Druckkünstler:Innen-Planungsrunde statt.

Das Jahr ist noch jung; die Zeit ist also günstig, um in einem gemeinsamen Brainstorming mit hochDRUCK zu überlegen, was die DruckerBande in 2024 neben den ohnenhin schon vielfältigen Angeboten rund um den Hoch, Tief- und Siebdruckl noch so alles auf die Beine stellen könnte.

Bevor es also so richtig ans Hirnen ging, war die Freude erst mal bei allen groß darüber, dass mit Claudia Binder eine neue Druckkünstlerin mit dem Fachgebiet Tiefdurck in der DruckerBande begrüßt werden konnte. Claudia Binder ist eher zufällig auf die DruckerBande in Einbeck aufmerksam geworden und ist nun um so erfreuter, dass sich für sie neben dem Arbeiten im eigenen Atellier nun ein weiterer kreativer Raum zum Druckern aufgetan hat, in dem der Austausch mit anderen Druckkünstler:innen zum Programm gehört. In Einbeck konnte man Claudia Binders Werken beispielsweise schon einmal im Rahmen einer Ausstellung im Biotechnikum der KWS SAAT SE in 2017 begegnen. Damals wurden gleich 37 Druckgrafiken von ihr in den hellen Ausstellungsräumen der KWS präsentiert.

Gemeinsam mit Claudia Binder wurde sodann in vergrößerter Runde geplant, was im Jahr 2024 weitergeführt werden und was auch noch neu angegangen werden soll. Erhalten bleiben die Workshopangebote, die Offene Tür an jedem Samstagvormittag von 11 bis 13 Uhr und die Offene Werkstatt, zu der sich Absolventen der DruckerBanden-Workshop dann auch schon selbstständig in der DruckerBande der Druckkunst zuwenden können.

Verstärkt werden soll in 2024 vor allem die Zusammenarbeit mit anderen kreativen Kreisen in der Stadt. Um die pädagogische und künstlerische Zusammenarbeit mit Schulen, Galerien und Kunstzirkeln soll sich in 2024 in besonderem Maße bemüht werden, da nach rund drei Jahren die DruckerBande mittlerweile eine Struktur aufgebaut hat, auf die verlässliche Kooperationsmodelle aufgesetzt werden können.

Auch die Teilnahme an Stadtfesten und lokalen Kunstevents wie beispielsweise der StadtpARTie, dem Eulenfest oder dem Jahr der Mobilität sind auf die Agenda der DruckerBanden-Mitglieder gesetzt worden. Man wird also von der DruckerBande nicht nur am Möcheplatz hören und sehen können. Kurz: die Lust auf Zukunft in Sachen Hoch-, Tief- und Siebdruck bleibt in der DruckerBande und somit in ganz Einbeck spürbar.