Besuch von der Ethikbank im Druckerviertel

Als Rico Burges, Anlagen- und Kreditberater, und Nico Czimmernings aus dem Marketing der Ethikbank aus Eisenberg an diesem Tag in Einbeck eintreffen, ist schnell klar: Dies wird kein routinierter Banktermin. Die beiden begegnen dem Projekt Druckerviertel von Beginn an mit spürbarer Offenheit, echtem Interesse und einer Begeisterung für langfristig gedachte, nachhaltige Vorhaben, die weit über Zahlen und Verträge hinausgeht.

Empfangen werden sie an der Jungen Linde von Martin Keil, Geschäftsführer der Druckerviertel gGmbH – stilecht mit der Rikscha. Die anschließende kleine Stadtführung auf drei Rädern wird zu einer verdichteten Einführung in das, was Einbeck und insbesondere das Druckerviertel ausmacht: die eindrucksvolle Fachwerkstruktur der Stadt, gewachsene kulturelle Initiativen wie die Street-Art-Meile oder die Kinder- und Jugendkulturvilla Junge Linde – und nicht zuletzt das soziokulturelle Umfeld, in dem das Druckerviertel verwurzelt ist. Es geht nicht nur um Gebäude, sondern um Haltung, Geschichte und gemeinschaftliches Handeln.

Der Besuch verfolgt mehrere Ziele: Natürlich möchten sich Rico Burges und Nico Czimmernings ein eigenes Bild vom Gebäudeensemble des Druckerviertels machen und in diesem Zuge auch den nun finalen Kreditvertrag unterzeichnen. Genauso wichtig ist ihnen jedoch, die Menschen hinter dem Projekt persönlich kennenzulernen. Schnell ist man beim Du, schnell entsteht ein offenes Gespräch auf Augenhöhe. Und ebenso schnell wird deutlich, dass sich hier zwei Seiten begegnen, die ein gemeinsames Wertefundament teilen: Kulturschaffende und Denkmalaktive aus Einbeck auf der einen, ethisch orientierte Banker auf der anderen Seite – verbunden durch den Wunsch, Verantwortung zu übernehmen und Zukunft aktiv zu gestalten.

Ethikbank, betrachtet durch die Brille von Martin Keil….
„Ich mag Rico und Nico als Banker mit klaren Visionen beschreiben – Banker, die für ein nachhaltiges und am Gemeinwohl orientiertes Geldwesen stehen. Und die ihren potenziellen Kreditkunden auf Augenhöhe und vor allem mit einer gehörigen Portion Begeisterungsfähigkeit, Vertrauen und Mut begegnen. Eigenschaften, die man bei Banker:innen nicht unbedingt als gottgegeben erwarten darf. Und Eigenschaften, die ungemein motivierend sind, wenn man solch große gemeinnützige Projekte angehen möchte.“

Die formelle Unterzeichnung des Kreditvertrags findet schließlich im Einbecker KulturBüro statt, das seit nunmehr elf Jahren am Möncheplatz – mitten im Druckerviertel – ansässig ist. Mit dabei ist auch Volker Stix, besser bekannt als Stixy, der in den Anfangsjahren maßgeblich daran beteiligt war, das Häuserensemble am Möncheplatz gedanklich und konzeptionell als Druckerviertel zu entwickeln.

Ein weiterer prägender Moment des Besuchs ist der Abstecher zur DruckerBande. Hier erleben Rico Burges und Nico Czimmernings unmittelbar, was das Druckerviertel im Innersten ausmacht: das selbstverständliche Nebeneinander von bewahrter Geschichte und aktiv gestalteter Zukunft. Vom voll funktionsfähigen Heidelberger Drucktiegel aus den 1960er-Jahren bis hin zum hochprofessionell und mit großer Leidenschaft betriebenen 3D-Druck-Lab Additiverse spannt sich ein weiter Bogen handwerklicher und technologischer Möglichkeiten. Analoges Wissen, industrielle Kulturgeschichte und digitale Fertigung greifen hier ineinander – nicht als museales Nebeneinander, sondern als produktiver Austausch. Ein Ort, an dem sichtbar wird, wie Vergangenheit und Zukunft sich gegenseitig beflügeln und gemeinsam neue Perspektiven eröffnen.

Was an diesem Tag spürbar wird, ist das, was das Druckerviertel im Kern ausmacht: der bewusste Umgang mit historischer Substanz, das Denken in langen Zeiträumen und die Überzeugung, dass wirtschaftliches Handeln und Gemeinwohl kein Widerspruch sein müssen. Genau hier trifft sich die Philosophie der Druckerviertel gGmbH mit dem Leitbild der Ethikbank, die Geld als gestaltende Kraft für eine gerechte, ökologische und solidarische Gesellschaft versteht.

Zum Abschied fassen Rico Burges und Nico Czimmernings ihre Eindrücke so zusammen:
„Für die Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft braucht es engagierte Menschen, die Freude daran haben, sich auch für das Gemeinwohl zu engagieren. Mit den Akteuren hier im Einbecker Druckerviertel haben wir wieder einmal einige Menschen kennenlernen dürfen, die genau aus diesem Fachwerkholz geschnitzt sind.“

Ein Satz, der bleibt – und der gut beschreibt, warum diese Partnerschaft mehr ist als eine Finanzierung: Sie ist ein gemeinsamer Schritt in eine verantwortungsvoll gedachte Zukunft.