Das Druckerviertel im Fokus von Architekturstudierenden der HAWK

»Radikal Denken — Sensibel Handeln«: Unter diesem Motto haben Studierende im Masterstudiengang Architektur an der HAWK Hildesheim an der Fakultät Bauen und Erhalten Szenarien für die stufenweise Transformation des Einbecker Druckerviertels entwickelt und am Donnerstag, den 13. Februar 2025 den Akteuren im Kiez und Interessierten in der kunsthistorischen Druckerwerkstatt DruckerBande zur Diskussion gestellt. Die insgesamt 8 Arbeiten wurden in zwei Zeitfenstern vorgestellt – von 11:00—12:45 und von 14:15—16:00 Uhr. Der Einladung, dieser öffentlichen Vorstellung der Studienarbeiten beizuwohnen folgten interessierte Einbecker Büger aus nah und fern. Im Zeitfenster von 15:30 bis 15:45 Uhr wurde durch den Kulturschaffenden Martin Keil die wirtschaftliche Zukunft des gesamten Druckerviertels in Form einer gemeinnützigen GmbH vorgestellt.

Ausgehend von einem selbst gesetzten, übergeordneten Thema für das Gesamtareal wurden Vorschläge und Ideen exemplarisch untersucht, wie neue Nutzungen die räumlichen Potentiale im Bestand beeinflussen. Der jeweiligen Konzeptidee folgend wurde durch Rückbau, Umbau oder Neubau der Strukturen im verbindenden Hof das Quartier von Innen nach Außen entwickelt und somit ganzheitlich neu gedacht – eben »Inside Out«.

Ein Semester lang haben sich acht Studierende unter der Betreuung von Prof. Peter-Karsten Schultz und Sonja Tinney der Herausforderung gestellt, die besonderen räumlichen Qualitäten des Druckerviertels und seinem Umfeld zu erkennen, und diese in einen spannenden Dialog aus Alt und Neu zu überführen. Dabei haben sie sich mit historischen Konstruktionen und Bauweisen auseinandergesetzt und dies exemplarisch bei der Umstrukturierung bestehender Fachwerkgebäude am Möncheplatz erprobt.

Die Kooperation mit der HAWK Hildesheim wurde durch die Denkmalpaten Einbeck unter der Trägerschaft der Konzert- und Kulturfreunde Einbeck nach Einbeck eingeladen.

Alle Arbeiten werden wir hier in Form von Video-Präsentationen vorstellen, sobald wir sie übermittelt bekommen haben werden. Für den Moment schon einmal einige Fotos von den spannenden Projektvorstellungen:

„Bauzaun der Fragwürdigkeit“ – Fachwerk-Denkmäler retten ist Herzenssache!

Im Jahre 2009 hatten sich Stadtrat und Bürgermeister Ulrich Minkner in trauter Einigkeit auf die Fahne geschrieben, unser heute als Druckerviertel bekanntes Fachwerkensemble abreißen zu lassen, um an gleicher Stelle ein Beton-Kaufhaus erichten zu lassen. Betonkopf-Pläne, die uns als Anlieger in der Langen Brücke 1 (TangoBrücke) fast um den Verstand brachten. Das historische und unter Denkmalschutz stehende Häuserensemble, zu dem wir damals noch gar keinen weiteren Bezug hatten, musste geschützt werden. Schließlich war Ende der 60er Jahre bereits die gegenüberliegende komplette Fachwerkhäuserzeile ähnlich „fortschrittlich“ gearteten Plänen zum Opfer gefallen. Mit dem Resultat, dem seit vielen Jahren maroden Betonbau Lange Brücke 9 – 11, müssen wir heute leben.

Die Pläne zum erneuten Abriss von Fachwerkulturerbe in der Einbecker Langen Brücke, konnten unter anderem durch solche öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen, einen mit vielen Bürgern herbeigeführten Bürgerentscheid und eine intensive Bespielung des potentiellen Investors mit spannenden Hindernis-Szenarien im Bereich Denkmalschutz, Naturschutz etc. verhindert werden. Es hat viel Kraft gekostet – aber betrachten wir heute die DruckerBande, das Co Working Space und vor allem die Zukunft des Druckerviertels in Form einer gemeinnützigen GmbH, dann war es das alles definitiv wert!

Let’s rock Denkmalschutz!

#denkmalpaten #denkmalaktivisten #fachwerkhooray